Durch Schlesiens Lande - 5.5.-10.5.2012

Góra Św. Anny (St.Annaberg), der Schicksalsberg der Oberschlesier: ein Wallfahrtsort an dem sich geschichtlich immer wieder die Zerrissenheit dieses Volkes zwischen Deutschland und Polen zeigte. Hier fanden Bruder-Kämpfe statt, als 1918 der polnische Staat nach 125 Jahren der Teilung zwischen Deutschland, Rußland und Österreich wiedergeboren wurde. Und die deutsch-polnische Grenze wurde damals vom Völkerbund mitten durch das Herz Oberschlesiens gezogen. Erst der 2te-Weltkrieg schob die Grenze weit weg an die Oder-Neiße-Linie, doch die Menschen blieben lange in polnisch- und deutsch gesinnte geteilt, für viele war das notwendige Erlernen der polnischen Sprache ein Zeichen von Fremdherrschaft, sie verließen die Heimat und zogen nach Westdeutschland. Die übrigen blieben der Heimat treu und pflegen bis heute ihren slawischen Dialekt "ślonski"(von den Deutschen seinerzeit verächtlich wasserpolnisch genannt). http://de.wikipedia.org/wiki/St._Annaberg

wir besuchten das Haus des Pilgers und die Klosterkirche am Annaberg

hier wurden wir im Haus des Pilgers bewirtet und für eine Übernachtung empfangen. Pfarrer Dr. Worbs von Opole stieß zu uns und berichtete über Schlesien und die Schlesier. Er wird am 22.Juli nach Meßkirch als Ferienvertretung kommen und wird uns hier seelsorgerisch bis Ende August begleiten. Mit Pfarrer Klotz durften wir in der Klosterkirch einen Gottesdienst feiern - es fand sich sogar ein deutsches Meßbuch. Kloster und Kirche hatten in ihrer Geschichte so manchen Schicksalsschlag erlebt: 1810 wurde das Kloster von den Preußen geschlossen, die Mönche vertrieben. Und als die Schlesier trotzdem jährlich zu Ihrem Annaberg pilgerten wurde 1875 nicht nur das Kloster erneut geschlossen, sondern im Rahmen des deutschen Kulturkampfes auch die Kirche teilweise geschändet. 1939 schließlich wurde hier von den Nazis die polnische Sprache in Predigten und Gebeten verboten. Das Haus des Pilgers wurde geschlossen und diente als Lazarett für deutsche Soldaten. Erst nach dem Weltkrieg wurde der Annaberg als Ort des Friedens seiner Bestimmung übergeben.

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